Konzept der neuen Werkausgabe

Jean Paul (1763-1825) ist neben Goethe und Schiller einer der großen Klassiker der deutschen Literatur. Doch bis heute gibt es keine vollständige historisch-kritische Ausgabe seiner Werke. Zudem befinden sich in einem der größten Klassikernachlässe der deutschen Literatur (Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz) noch große Mengen an nie veröffentlichten Manuskripten.


Zwar ist die bisherige Werkausgabe historisch-kritisch angelegt, doch konnte ihr Begründer Eduard Berend (1883-1973) sie aufgrund seiner Verfolgung durch die Nationalsozialisten nicht abschließen: Die Dokumentation der Textkritik ging verloren; die Textgenese konnte nur ausschnittsweise berücksichtigt werden.

An der Universität Würzburg wird daher nicht nur an der Nachlaß-Edition gearbeitet, sondern auch eine neue Werkausgabe vorbereitet. Sie ist historisch-kritisch und textgenetisch angelegt. Die Vollständigkeit einer traditionellen Buchausgabe aller Texte ist nicht das Ziel. Vielmehr geht es um die Buch-Edition zentraler Texte mit autortypischen, editorischen Schlüsselphänomenen (Hesperus, Siebenkäs, Titan, Komet, Vorschule der Ästhetik). Sie wird von der digitalen Bereitstellung aller relevanten Primärtexte zum Werk des Autors (in Bild und Text) flankiert – dies ist das Ziel des Jean-Paul-Portals, welches die Universität Würzburg in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin künftig verfolgt.

[Red.]