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    Projektbeschreibung
    "Einfälle, Bausteine, Erfindungen"

    von Petra Zaus

    Für die Edition in Band 9 sind aus dem in der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz lagernden Dichternachlass Konvolute ausgewählt worden, die sich in besonderer Weise zur Dokumentation differenzierter Aspekte der Genese Jean Paulscher Werke eignen.

    Die Publikation von Sammelbüchern dreier Materialgruppen gewährt Aufschlüsse über die Arbeitsweise des Autors, der seine in den 1780er Jahren erprobte Methode lebenslang beibehält:

    Als Einfälle werden Notate bezeichnet, bei denen die Spontaneität von Geistesblitzen und Assoziationsketten neben den geschliffenen Witz gesuchter Vergleiche tritt. Diese Ideen speisen sich nachweislich immer wieder auch aus der Fülle der Exzerpte Jean Pauls. Etliche ihrer brillanten Pointen, ihrer beeindruckenden Metaphern werden in den Jugendsatiren verwendet, andere kehren in den späteren Romanen wieder.

    Bausteine hingegen liefern dem Autor das Material für Digressionen. Sie bilden die Versatzstücke für die Szenarien jener Episoden, die in Romanen Jean Pauls die geradlinig erzählte Geschichte lediglich eines Protagonisten ebenso erfolgreich wie amüsant oder tragisch verhindern. Auf engstem Raum - die Länge eines Satzes selten überschreitend - präsentiert sich ein Handlungskonstrukt neben dem anderen.

    Erfindungen schließlich zeugen von den Reflexionen des Autors über den Konstruktionsplan eines Romans, den Entwurf einer Fabelarchitektur. Zur enthusiasmierenden Idee tritt nun die besonnene Überlegung zur geeigneten Vorgehensweise. Die Erfindungen nehmen ihren eigenen Autor in die Pflicht, aus dem überbordenden Reservoir an Einfällen auszuwählen, die Masse der Bausteine einer stimmigen Ordnung zuzuführen. Das ästhetische Potential der Aufzeichnungen während der poetischen Metamorphosen von Entwurf, Revision und Variation auszuschöpfen ist ihr Anliegen.

    Der Nachlassband 9 Einfälle, Bausteine, Erfindungen wird als letzter Band der II. Abteilung der von Eduard Berend begonnenen historisch-kritischen Ausgabe der Sämtlichen Werke Jean Pauls erscheinen. Hauptherausgeber sind Prof. Dr. Helmut Pfotenhauer, Leiter der Würzburger Jean-Paul-Arbeitsstelle und Präsident der Jean-Paul-Gesellschaft sowie Prof. Dr. Ulrich Ott (Marbach), Direktor des Deutschen Literaturarchivs und Geschäftsführer der Deutschen Schillergesellschaft.

    Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt wird seit dem 1. März 2004 von Petra Zaus betreut.

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